Background
Kim-WildeKim Wilde

1981 wird die zwanzigjährige Kim Smith mit Kids in America zum Star und bleibt zehn Jahre lang eine umschwärmte Pop-Prinzessin. Gemeinsam mit Bruder Ricky und Vater Marty schreibt sie Hit um Hit, tourt mit Michael Jackson und David Bowie, bekommt glühende Komplimente von den Idolen ihrer Kindheit und tanzt auf der Hochzeit von Rolling Stone Bill Wyman. Eine Dekade im Musikzirkus, die bei so manchem Kollegen durchaus für den Verlust von Bodenhaftung gesorgt hat. Kim aber teilt sich mit ihrer musikalischen Familie nicht nur den Künstlernamen Wilde, sondern erbt auch die professionelle Einstellung. Ihr geht es nicht um Ruhm und Partys. Zwar ist Kim schon als kleines Mädchen wild entschlossen, ihren Vorbildern wie Debbie Harry, Kirsty MacColl und Abba nachzueifern, ihr eigentlicher Traum aber ist es, von der Musik zu leben. Für Kim ist Pop tatsächlich ein Beruf.
Als sie London mit dreißig den Rücken kehrt und in eine alte Scheune außerhalb der Stadtgrenzen zieht, stellt sie die Weichen für ‚Phase zwei’ ihres Lebens. Die junge Frau hat in der Popwelt der 80er alles erreicht und sehnt sich nach etwas anderem. Sie packt die Stimmung beim Schopf und übernimmt erst mal eine Rolle im Musical Tommy. Diese ‚Übergangslösung’ beschert ihr die Liebe ihres Lebens und zwei Kinder – ihr Mut und ihre Energie ermöglichen ihr im Anschluss eine neue Herausforderung. Um einen Garten für ihre Kinder zu kreieren, studiert sie Landschaftsgärtnerei und erntet gehörigen Respekt. Kim Wilde verfasst Gartenbücher, moderiert TV- und Radioshows, schreibt für Zeitungen und wird bei der renommierten Chelsea Flower Show ausgezeichnet. Was immer diese Frau anpackt, nimmt sie ernst.
Kim ist über vierzig, mittlerweile braunhaarig und vollkommen glücklich, als man sie um einen Gastauftritt als Sängerin bei einer lokalen Charity-Veranstaltung bittet. Zur gleichen Zeit interessiert sich auch das Business wieder für seine Lieblinge und Einladungen für Tourneen mit Weggefährten wie ABC und The Human League flattern ins Haus. Sie zögert kaum. Sie fragt sich zwar, ob das Publikum sie noch sehen will – aber Angst zu versagen hat sie keine. Im Gegenteil: der Nervenkitzel reizt sie eher und vom ersten Auftritt an ist klar, dass ihre Fans sie nicht vergessen haben. Genau genommen ist die Beziehung heute sogar direkter denn je. Es dreht sich nicht mehr so sehr um eine Fantasie, genährt von einem Image, sondern vielmehr um die geteilte Geschichte mit den Songs.
Seit ihrem Comeback konzentriert Kim Wilde sich sogar noch mehr auf die Liveauftritte mit ihrer eingeschworenen Band und integriert oft Coverversionen in ihr Programm. Die euphorischen Reaktionen bewegen sie schließlich dazu, damit ein ganzes Album zu füllen. Nach mehr als drei Jahrzehnten im Geschäft, elf Alben und über dreißig Singles ist der Zeitpunkt für eine solche persönliche Retrospektive perfekt: Kim Wilde tritt selbstbewusst und entspannt eine Reise in ihre Vergangenheit an und macht ihrem Publikum damit ein einzigartiges Geschenk. Mit Snapshots lässt sie - liebevoll interpretiert und meisterhaft arrangiert - die Klassiker einer ganzen Generation wieder auferstehen, um sie mit ihren Fans zu feiern. Snapshots ist eine aufrichtige und mitreißende Verbeugung vor der zeitlosen Magie des Pop.